Unter Anderen bei sich bleiben - Selbstregulation in der Gruppe: Vorstellung einer Gruppentherapie mit Frauen mit Intelligenzminderung

In der Anwesenheit anderer bei sich zu bleiben und auf eigene Befindlichkeiten zu achten, ist für alle Menschen meist eine lebenslange Lerngeschichte. Für Menschen nach sexualisierter Gewalt, also Menschen, die durch Menschen traumatisiert wurden, ist das nochmal eine viel größere Herausforderung, im Umgang mit Anderen Vertrauen zu fassen, mit der Vorsicht vor Verletzung umzugehen und bei sich und den anderen sein zu können. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten nach sexualisierter Gewalt kommt noch hinzu, dass die Umwelt oft noch komplexer ist und die Übertragung in den Alltag aus der Therapie häufig schwieriger ist.

Nach vielen Jahren Psychotherapie mit Menschen mit Lernschwierigkeiten wurde mir deutlich, dass sich das Neu-Üben, unter Anderen auf sich zu achten, in der Einzeltherapie nicht gut üben lässt. Daher haben eine Kollegin und ich 2017 bei der HPA eine Gruppe angeboten, wo es genau darum ging: Die Frauengruppe "Stark werden".
Im Workshop möchte ich Ihnen die Arbeit in dieser Gruppe vorstellen. Darüber hinaus möchte ich anhand unserer Erfahrungen mit Ihnen erarbeiten, was hilfreich sein könnte, Ihre Klienten in Ihrem sozialen Alltag zu unterstützen.


Dipl. Psych. Claudia Köppen

Psychologische Psychotherapeutin VT, Suchttherapie, Traumatherapie, EMDR, in eigener Praxis tätig in Berlin-Lichtenberg, langjährige Tätig-keit als Psychotherapeutin bei der HPA und Behindertenbeauftragte der Berliner Psychotherapeutenkammer (2014 bis 2017) 

Seitennummer: 00958
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