Pflegende Angehörige zu Selbsthilfe aktivieren

Werbe-Spots der Kontaktstellen PflegeEngagement

Eine Social-Media-Kampagne bringt zur „Woche der seelischen Gesundheit“ einen weiteren Spot als Werbung für Angehörigengruppen heraus. Hier kommt Antje zu Wort. Sie pflegt ihre Mutter – und gesteht: „Ich war oft verzweifelt.“

Seit Mai sind damit drei Werbe-Spots der Kontaktstellen auf Social Media-Kanälen zu sehen, in denen sich Menschen äußern, die zuhause jemanden pflegen. Sie wollen Angehörige in der gleichen Situation ermutigen, Austausch und Unterstützung in einer Gruppe zu suchen.
In mehr als 180 Angehörigengruppen der Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) können Pflegende sich austauschen und Abstand von ihrem Alltag gewinnen.
Von Gesprächskreisen über Entspannungsgruppen bis hin zum Kiezspaziergang ist immer das Ziel, die Lebensqualität und Selbstbestimmung der Menschen im Umfeld von Pflege zu fördern und zu verbessern.

Hintergrund ist, dass sich viele Berlinerinnen und Berliner, die zuhause ihre Mutter, ihren Vater, andere Familienangehörige oder auch Nachbarn pflegen, in ihrer Pflegesituation alleingelassen und häufig überfordert fühlen. In der Hauptstadt werden rund 106.000 Menschen zuhause gepflegt, davon fast 72.000 nur durch Angehörige (lt. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2017).

In jedem der 12 Berliner Bezirke gibt es eine Kontaktstelle PflegeEngagement, die an die jeweilige Selbsthilfe-Kontaktstelle angebunden ist. Diese Anlaufstellen zur Unterstützung von Selbsthilfe und Ehrenamt rund um die häusliche Pflege wurden 2010 gegründet und sind bundesweit einmalig. Ziel ist es, die Lebensqualität und Selbstbestimmung der Menschen im Umfeld von Pflege zu fördern und zu verbessern.
Neben aktuell 180 Gesprächs- und Freizeitgruppen und etwa 50 Nachbarschaftsinitiativen unterstützen die Kontaktstellen pflegende Angehörige durch die Vermittlung von ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitdiensten. Partner in den Bezirken sind u.a. die Pflegestützpunkte und Stadtteilzentren. Alle Angebote sind kostenfrei.
Die Kontaktstellen PflegeEngagement werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie die privaten und gesetzlichen Pflegekassen.

Seitennummer: 01017
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