Gemeinsam mehr Wir
Einsamkeit ist eines der drängenden sozialen Themen unserer Zeit – und sie betrifft Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen. Wir setzen uns dafür ein, Einsamkeit sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und neue Gemeinschaft zu ermöglichen.
Einsamkeit kann jede und jeden treffen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebensstil. Studien und Erhebungen, etwa aus dem Kompetenznetz Einsamkeit und dem Einsamkeitsbarometer, zeigen: Ein relevanter Teil der Menschen in Deutschland fühlt sich häufig oder anhaltend einsam, mit Folgen für psychische und körperliche Gesundheit.
Einsamkeit ist oft unsichtbar
Einsamkeit betrifft nicht nur hochaltrige Menschen, sondern beispielsweise auch:
* eine junge alleinerziehende Mutter, der der Austausch mit Gleichaltrigen fehlt
* junge Menschen, die nach einem Umzug in eine neue Stadt noch keinen Anschluss gefunden haben
* Berufstätige, die sich trotz vollem Terminkalender innerlich isoliert fühlen
Wir schaffen Angebote, die diese stille Not ernst nehmen – und Menschen miteinander in Kontakt bringen.
Wir greifen die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit auf und übersetzen sie in konkrete Angebote hier in Berlin. Wir vernetzen bestehende Projekte, entwickeln neue Formate und schaffen Räume, in denen Menschen sich gesehen, gehört und zugehörig fühlen.
Begegnungen im Stadtteilzentrum F1
Anlässlich der Woche der Einsamkeit rücken wir ein Angebot in den Mittelpunkt, das zeigt, wie sehr verlässliche Begegnungen den Alltag verändern können: die Sportgruppe im Stadtteilzentrum F1.
Seit 13 Jahren treffen sich hier regelmäßig Nachbar*innen – überwiegend Frauen zwischen 60 und 85 Jahren – zu einer Stunde Bewegung und anschließendem Beisammensein im Café. Aus dem wöchentlichen Termin ist für viele ein fester Anker geworden: Man kommt raus, bleibt körperlich aktiv und hat Menschen, mit denen man reden, lachen und auch Sorgen teilen kann. So entsteht nach und nach ein vertrauter Kreis, der Einsamkeit vorbeugt und Gemeinschaft spürbar macht.
„Der Tag hilft mir sehr. Ich bin dann nicht mehr so allein.“
Solche Rückmeldungen aus der Gruppe zeigen, wie wichtig ein vertrauter Ort und ein wiederkehrender Termin sind: Es wird zusammen Sport gemacht, Kaffee getrunken, Kuchen gegessen, gegrillt und Geburtstage werden gefeiert. Und selbst wenn der Trainer einmal ausfällt, kommen die Teilnehmenden zusammen – weil es längst mehr ist als nur eine Sportstunde.
Zum Stadtteilzentrum F1 am MehringplatzProjekte im Unionhilfswerk, die Nähe schaffen
Berliner Herzenszeilen – Briefe, die verbinden
Mit den „Berliner Herzenszeilen“ bringen wir Menschen in Kontakt, die sich sonst nie begegnet wären. Engagierte Freiwillige schreiben handgeschriebene Briefe an Senior*innen, die sich einsam fühlen – ein liebevoller Gruß, der Nähe schenkt und zeigt: „Du bist nicht allein.“
Wenn Sie Lust auf Austausch haben und sich über handgeschriebene Zeilen freuen, sind Sie bei den Berliner Herzenszeilen genau richtig. Mit den Berliner Herzenszeilen verbinden wir Menschen, die sich diesen Austausch wünschen. Mit dem gegenseitigen Anteilnehmen am Alltag und der Lebensgeschichte entsteht Vertrauen, Wärme und Nähe.
Besuchsdienst „Die GroßstadtGefährten“
Mit unserem Besuchsdienst „Die GroßstadtGefährten“ begleiten Freiwillige pflegebedürftige Menschen in Berlin – zuhause oder in der näheren Umgebung. Die Besuche schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Gespräch – und helfen, Einsamkeit und sozialer Isolation vorzubeugen.
Unsere Freiwilligen hören zu, gehen spazieren, lesen vor oder sind einfach da. So entsteht Vertrauen, Alltag wird leichter – und aus anonymen Nachbarschaften wachsen Beziehungen.
Freiwilliges Engagement im Unionhilfswerk
Freiwilliges Engagement macht aus anonymem Nebeneinander ein tragendes Miteinander – für die Menschen, die begleitet werden, und für die Engagierten selbst. Ob Besuchsdienste, kreative Angebote oder Unterstützung im Alltag: Gemeinsam mit unseren Freiwilligen schaffen wir Begegnungen, die tragen.
Die Kolleginnen und Kollegen unseres Team "die freiwilligen" beraten dazu, welches Engagement zu den eigenen Interessen, Talenten und zum verfügbaren Zeitbudget passt.
Stadtteilzentren – Treffpunkte gegen Einsamkeit im Kiez
Unsere Stadtteilzentren sind offene Orte für Menschen, die in ihrem Alltag mehr Begegnung, Austausch und Unterstützung suchen. Sie bieten Raum, um einfach dazuzukommen, andere kennenzulernen und gemeinsam aktiv zu werden – ein wichtiges Gegenmittel gegen Einsamkeit direkt im eigenen Kiez.
Im Stadtteilzentrum entstehen aus einem ersten Besuch oft feste Kontakte: beim offenen Treff, in Bewegungs- oder Kreativangeboten, bei Veranstaltungen oder im gemeinsamen Engagement für die Nachbarschaft. Hier finden Menschen Beratung in schwierigen Lebenssituationen, entdecken neue Interessen und erleben, dass sie mit ihren Fragen und Sorgen nicht allein sind.
Selbsthilfezentrum – Gemeinsam aus der Isolation
Unser Selbsthilfezentrum ist ein Ort für Menschen, die ihre Themen nicht mehr mit sich allein ausmachen möchten. In selbstorganisierten Gruppen kommen Betroffene und Angehörige zusammen, um Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zu stärken und neue Wege im Umgang mit Belastungen zu finden.
Hier erleben viele zum ersten Mal: „Mit meinen Sorgen bin ich nicht allein.“ In einem geschützten Rahmen entsteht Nähe – durchs Zuhören, Erzählen und Mitfühlen. Das Selbsthilfezentrum unterstützt bei der Gründung neuer Gruppen, berät zu bestehenden Angeboten und hilft dabei, den passenden Rahmen für Austausch und gegenseitige Unterstützung zu finden.
Mentoring-Projekte – Begleitung auf Zeit, Wirkung fürs Leben
Unsere Mentoring-Projekte bringen Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären: engagierte Mentor*innen an der Seite von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen in Übergangssituationen. In regelmäßigen Treffen entsteht eine verlässliche Beziehung, die stärkt, ermutigt und hilft, den eigenen Weg zu finden.
Gerade in Lebensphasen, in denen man sich schnell alleine fühlt – etwa beim Einstieg in Schule, Ausbildung oder Beruf, nach einem Umzug oder in einer persönlichen Umbruchphase – bieten Mentor*innen Orientierung und Halt. Durch gemeinsames Erleben, Gespräche und kleine Erfolgserlebnisse wächst Vertrauen. So wird aus einer 1:1-Begleitung ein starkes Stück „WIR“, das Einsamkeit spürbar reduziert.
Offizielle und bundesweite Hilfsangebote bei Einsamkeit
Niedrigschwelligen Anlaufstellen
Kompetenznetz Einsamkeit (KNE)
Allianz gegen Einsamkeit / Bundesstrategie
TelefonSeelsorge
Silbernetz / „Silbertelefon“
Gemeinsam mehr Wir: Für unsere Mitarbeitenden
Einsamkeit macht nicht an der Bürotür oder an der Einrichtungstür halt. In einer Welt, die immer vernetzter scheint, erleben auch viele Beschäftigte Phasen, in denen sie sich allein fühlen – mit Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Wir übernehmen Verantwortung auch nach innen und schaffen Angebote, die unsere Gemeinschaft stärken und Einsamkeit vorbeugen. Wir berücksichtigen unterschiedliche Lebenssituationen – Mitarbeitende mit und ohne Kinder, Alleinerziehende, Kolleg*innen kurz vor dem Ruhestand – und gestalten unsere Angebote so, dass möglichst viele teilnehmen können.
Mitmachen, sich engagieren, spenden
Einsamkeit gemeinsam begegnen.
Engagement
Spenden


